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Carnivore Convent 2026

Juni 2026 · Bebra

Es war heiß. Die Sonne hatte ihre maximale Kraft — blauer Himmel, die Sonne brennt. Das Auto ist bereits ein Glutofen. Leichte Kopfschmerzen kündigen sich an.

Ich bin aufgeregt. Der Rucksack ist gepackt. Mütze, Sonnenbrille, eine Flasche Wasser — go.

Es ist ja nicht weit — 1h Fahrt. Das geht schon.

Aber ich war schon lange nicht mehr auf Reise. Auch wenn es eigentlich nur ein kurzer Trip ist. Der Verlust meiner geliebten Eltern, Corona, Hausbau und berufliche Veränderungen waren steinharte Jahre des Lernens, des Wachsens. Das einsame Arbeiten im Homeoffice — ja, es ist schön, aber es verändert auch.

Es ist wieder Zeit raus zu gehen.

Also rein in mein kleines, knuddeliges Auto. Ein Erbstück meiner Eltern. Es ist klein, hässlich, super praktisch — und ich liebe es. Es erinnert mich an meine verstorbenen Eltern. (Eine andere Geschichte.)

Die Fahrt war tatsächlich kurz. Schon bin ich da.

Ankunft — unter den ersten 10

Einchecken im Dachgeschoss. Alte Holztreppen hinauf — sie erzählen die Geschichte des ehemaligen Anwesens der Familie von Trott (Adam von Trott, Stiftung bei Bebra). Auch die Türschlösser und Griffe scheinen schon mindestens 100 Jahre alt. Sie erzählen ihren Teil der Geschichte.

Kaum dass ich die Tür öffne, kommt mir eine Hitzwelle entgegen. Der Raum ist total überhitzt. Eine Klimaanlage finde ich nicht — old classic Style. Aber ich bin ja nicht hier, um dem Raum zu wohnen.

Schnell packe ich meine Sachen aus. Dusche. Bequemere Klamotten. Raus.

Ich schau mich um. Laufe eine Runde um das Anwesen, erkunde das Innere einiger Gebäude. Lausche den Geschichten, die die alten Bäume, die Treppen und Eingänge erzählen.

Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befindet sich eine Ausstellung über Adam von Trott, seine Familie, die Zeit im Nationalsozialismus und seinen Widerstand. Seit meiner Kindheit wurde ich genug darüber belehrt und indoktriniert. Ich spüre die aufrechte Haltung des Adam von Trott — doch auch die typische Einseitigkeit der Darstellung. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Für ein erstes Kennenlernen reicht es.


Ich war unter den ersten 10 Leuten am Ort. Das gab Gelegenheit, sich schon einmal entspannt kennenzulernen.

Den Podcast-Star Andrea Siemoneit persönlich zu treffen. Von Mensch zu Mensch zu sprechen.

Auch die noch nachkommenden Teilnehmer genossen es, im kleinen Bach zu stehen — im Schatten einer großen Eiche, bei der kleinen Holzbrücke. Ein malerisches Bild. Fast schon surreal, aber real.

Ich habe es genossen, bei ihnen zu sein und ihnen zu lauschen.

Ich bewundere Menschen, die Macher sind! Andrea ist definitiv eine Macherin, pure Exzellenz. Ihre Wahrhaftigkeit und Klarheit strahlt sie weit aus. Sie ist das Herz des Convents. Ihr Ehemann und die Kinder sind fleißig am Aufbau, am Herantragen.

Auch die Teilnehmer haben spannende Geschichten zu erzählen — von Dingen und Themen, mit denen ich bis dahin noch nicht in Berührung gekommen bin. Ich lausche und lerne.

Immer mehr spannende Menschen kommen — und ich bin gespannt auf ihre Geschichten.

Das Wuseln beginnt

Getränkekästen werden aufgebaut.
Der Carnivore-Stand wird aufgebaut.
Eiswürfel werden gesucht.

Es ist wunderbar, dabei helfen zu dürfen. Mitten dabei im Wuseln. Ich liebe es.

Das Grillen steht an. Die Grills sind leider schon ein bisschen in die Jahre gekommen — es wird schon gehen. Ich helfe ein wenig die Grills zu entzünden. Es macht Spaß. Ich komme ins Wuseln. Gespräche - Wuseln. Ich liebe es.

Die ersten Patties und Bratwürste sind fertig und die wunderschön geschnittenen Steaks folgen. Von grasgefütterten aber auch getreidegefütterten Rinder in Bio Haltung. Ein Traum. Marmoriert und einfach wunderschön anzusehen. Auch zu wissen das diese Tiere ein gutes Leben gehabt haben, macht glücklich. Ich segne sie und freue mich das sie über die Teilnehmer und mich weiter leben.

Die rohe Leber wird bereit gestellt. Ich strahle und beginne sie in ca 3x6cm Stückchen zu schneiden und sie den Gästen mit Zahnstocher anzubieten. Einige kennen es noch nicht, sind sehr vorsichtig und überrascht wie es schmeckt. Ein vierjähriger Junge gar, nahm sich ein großes Stück ganz selbstverständlich und genoss es ohne bedenken sichtlich.

Ein schöner Abend tolle Menschen.
Menschen, die Eigenverantwortung für ihr Leben übernommen haben und das tun, wozu wir hier sind — diese Welt zu erforschen, auf verschiedenste Weise. Sie haben verschiedene Wege eingeschlagen und interessante Einsichten und Erfahrungen erlangt. Die meisten haben einen wachen und neugierigen Geist. Sie erzählen von ihren Erfahrungen und lauschen interessiert denen der anderen. Jeder nimmt sich, was er braucht, und befruchtet seinen Lebensweg mit einem weiteren Puzzlestein.

Ein schöner Abend ein guter Spirit.
Er lies mich meine leichte Kopfschmerzen vergessen.
Die magischen „good vibes" tragen mich liebe voll zum Abend.

5:30 Uhr — taunasse Wiese

Mit offenem Fenster lies es sich aushalten. Ich schlief wunderbar durch.

Um 5:30 Uhr bin ich gewohnheitsmäßig aufgewacht. Morgenroutine. Tägliche Training auf der taunassen Wiese.

Zu meiner Überraschung waren auch 1–2 andere Gäste auf den Beinen. Journal geschrieben, wuselten umher.

Nach der Routine: Zeit zur Reflexion und Meditation.

Frühstück — Wuseln in der Küche

Anschließend ging ich hinunter. Das Wuseln ging los — Frühstücksvorbereitungen.

Ich entschloss mich, in der Küche des Frühstücksraumes mitzuhelfen:

Es hat Spaß gemacht. Selbst konnte ich aufgrund der Hitze noch nichts essen. Aber ich genoss es, dass die Gäste gut zulangten.

Evidenz und Widerstand

10:30 — Vortrag 1: Dr. Rainer Klement
„Evolutionäre Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen"

11:30 — Vortrag 2: Julia Tulipan
„Ketone als Signalmoleküle"

Der Dissens ist spürbar. Die Evidenz spricht eine klare Sprache — und doch steht sie im Widerspruch zur allgemeinen Medizin. Was ist, wenn die Daten vor uns liegen, aber die Strukturen sie nicht hören wollen?

Auch bei Julia Tulipan: Die Wissenschaft sagt das Eine, die Praxis das Andere. Der Konflikt zwischen Evidenz und Establishment bleibt ein roter Faden.

Wanderung und See

12:30 — Wanderung

Über Mittag vergnügten wir uns am See bei Bebra mit:

Gemeinschaft in Bewegung.

Neue Blickwinkel

15:00 — Vortrag 3: Dr. Surya Nayaranan
„Homo technicus: the decoupled human. Carnivore and the...“

Er schafft es wieder einmal, ganz neue Blickwinkel auf die Evolution, die Gesundheit und die Mitochondrien zu eröffnen. Dinge, die mir vorher unbekannt waren. Wie immer ein Hochgenuss.

16:00 — Vortrag 4: Andrea Siemoneit
„Carnivore Ernährung in der Praxis: Ein ehrlicher Blick auf Chancen, Herausforderungen und Grenzen"

Durch ihre vielen Coachings und drei-Monats-Begleitungen hat sie interessante Wirkweisen entdecken können. Dort, wo die Carnivore Ernährung wirklich hilft. Und dort, wo es noch nicht ausreicht.

Für betroffene Menschen sind diese Erkenntnisse echte Mutmacher. Sie wissen jetzt: Der Weg ist beschritten, auch wenn er noch nicht vollständig ist.

Hutewälder und Abschied

10:30 — Sonntag: Johannes Breidenbach
„Vegan 2026 noch zeitgemäß? Zeit für eine neue ganzheitliche Ethik“

Es ging um Agrarwirtschaft, Nachhaltigkeit, die Zukunft unserer Ernährung.

Ein besonderes Augenmerk galt der Nutzung und Entwicklung von mehr Hutewäldern. Denn sie begünstigen Artenvielfalt und eine gesunde, vielfältige Diversität.

Ob die Hutungen dann durch Nutzviehhaltung oder durch Wildtiere und Jagd genutzt werden — das waren spannende Themen in den Fragerunden.

Keine einfachen Antworten. Aber die Fragen sind die richtigen.


Die Tasche ist gepackt. Die Begegnungen sind geblieben.


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